Love is the answer - its written on angels wings

*Fortsetzung* 2. Teil von You´ll be in my heart ...

Meine liebste Tochter Michelle,

du wunderst dich bestimmt, warum der nette Notar dir diesen Brief ausgehändigt hat, anstatt eine große Rede über Testamente zu halten. – Ich habe nach langen Überlegen beschlossen, mein Testament anders zu gestalten. Im Grunde genommen ist das hier gar kein Testament, aber da es meine letzten Wünsche beschreibt, wird es als solches gewertet. (Was es heutzutage alles gibt.)
Ich möchte dir in meinem Brief erklären, warum ich so früh von dir gehen musste und warum mir dein Vater bis zum Schluss so wichtig war.

Meine Geschichte begann vor 25. Jahren. Man konnte mich als naives, gutgläubiges Kind beschreiben.  Ich war schon volljährig, aber im inneren fühlte ich mich immer noch wie ein Kind. Meine Eltern waren nicht im geringsten streng gewesen. Alles was ich tat, war für sie normal und gehörte zu meiner Entwicklung. Mein Vater vergab nicht mal Hausarrest, wenn ich von der Polizei Heim gebracht wurde. Man konnte sagen, dass ich ihnen eigentlich egal war. Ich lebte mit ihnen zusammen, aber jeder war für sich selbst verantwortlich. Dass sie meine Erziehungsberechtigten waren, wussten sie zwar, aber hielten Erziehung für lästig.
Wie es dann also geschehen musste, fiel ich mit 16. Jahren in ein großes schwarzes Loch. Ich begann mich mit Drogen zu betäuben, um mir die Liebe meiner Eltern in einem anderen Zustand selbst zu malen.
Eines Tages sah mich dann meine Tante Maria auf der Straße liegen, komplett betäubt und high. Sie nahm mich zu sich und setzte Regeln in meine Welt. Meine Eltern hatte ich aus den Augen verloren. Erst durch Maria habe ich lernen dürfen, was Liebe bedeutet. Klar waren mir ihre Regeln anfangs sehr lästig und ich hätte sie verfluchen können, doch jetzt weiß ich, dass diese Regeln das Beste waren, was mir hätte passieren können.  Ich begann ein gutes Leben zu führen, doch meine Naivität brachte mich trotzdem noch sehr oft in Schwierigkeiten – wie an dem Tag, als ich deinen Vater kennen lernte.

Ich fuhr mit dem Golf meiner Tante zur Berufsschule. Ich war mal wieder zu spät dran und drückte dementsprechend ganz schön aufs Gas. Ich hatte meinen Führerschein erst ein paar Wochen und 
-wie du dir vorstellen kannst -somit auch noch keine Kontrolle über das Auto.  Ich sah, dass die Ampel vor der Turnhalle orange wurde und ich wusste, dass sie gleich auf rot umspringen würde. Doch ich war zu naiv um anzuhalten, denn ich hatte keine Lust auf eine weitere Standpauke meines Lehrers. Ich drückte erstrecht aufs Gas und fuhr dann mit viel zu hoher Geschwindigkeit in die Kurve. Dabei übersah ich, dass ein junger Mann die Fußgängerampel überquerte. Ich sah ihn im letzten Moment und stand auf der Bremse. Doch es war zu spät. Das Auto fuhr mit quietschenden Reifen über den jungen Mann. Mein Herz pochte wie verrückt und als das Auto zum stillstehen kam, riss ich die Tür auf und rannte zu dem auf dem Bauch liegenden Mann, der wie ein Stein am Boden lag.  Als ich bei ihm eintraf, waren bereits viele Helfer und auch Schaulustige am Unfallort eingetroffen. Ein älterer Mann hielt mich für verrückt und beschimpfte mich aufs Gröbste. – Doch es war mir egal. – Ich setzte mich neben dem am Boden liegenden Mann und drehte ihn vorsichtig um. Ist er bewusstlos? Oder tot? -  Ich wusste es nicht! Doch als ich sein Gesicht zu mir drehte, öffnete er leicht die Augen und schaute mich direkt an. Einen kurzen Moment verlor ich die Fassung und rang nach Atem. Mein Herz pochte immer schneller und in meinem Bauch fühlte es sich merkwürdig an. Der junge Mann schaute mich immer noch an und plötzlich flüsterte er etwas. Ich schaute ihn fragend an und sagte ihm, dass er das bitte widerholen soll, denn ich habe ihn nicht verstanden. – Es ist so  schön, dass ich dich endlich kennen lernen darf! – flüsterte er widerholend. Ich war verwirrt, schüttelte unverständlich den Kopf. Ich fühlte mich auf einmal wie an einem anderen Ort. Ich sah nur noch uns zwei. Wie sein Kopf auf meinen Oberschenkeln liegt und wir uns anschauen. Ich fühlte kein Schmerz, keine Angst, kein schlechtes Gewissen.  Dann schloss er die Augen und ich nahm auf einmal wieder alles um mich herum war. Hörte die Sirene des Krankenwagens und die Schreie der Helfer. Ich schaute mich um, doch alles lief wie in Zeitlupe ab. Ich schrie – bitte helft mir doch - , doch ich hatte das Gefühl, dass alles um mich herum zusammenbrach. Ich verlor das Bewusstsein.

Als ich meine Augen wieder öffnete ....

*Fortsetzung folgt* ...

10.9.10 10:29

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Franzi / Website (10.9.10 10:45)
Hey,
eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeh, gerade wo es doch SO spannend wird.. Schade...


Timo (10.9.10 11:24)
hört immer dann auf wenn es Spannend wird - eigentlich super / aber schlecht für die Neugier

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