Love is the answer - its written on angels wings

Ausschnitt aus meiner aktuellen Geschichte, die aber noch einen Moment zur Beendigung braucht...

Für alle Menschen, die nicht wissen ob das Herz oder der Bauch entscheidet.
- Denn letztendlich rettet immer das Herz alles, egal wie viel der Bauch schon kaputt gemacht hat!

Ein warmer Sommerwind weht mir um die Nase. Doch er fühlt sich für mich so eisig an. Jede Berührung auf meiner Haut scheint fest zufrieren . Ich versuche mich auf einen bestimmten Punkt am Ende der Fußgängerzone zu konzentrieren. Genau da, an einem Haus , an dem ein große Schild ist, auf dem steht  - Lehmann und Partner - . Es ist ein Notariatsbüro in der Mitte der großen Fußgängerzone. Meine Füße laufen schwankend darauf zu. Je näher ich dem Haus komme, desto weicher werden meine Knie. Ich weiß was mich erwartet, wenn ich das Büro des Notars Lehmann betrete. - Doch will ich da eigentlich hin? Muss ich mir dem was gleich passiert wirklich aussetzen? –
Ich drücke die Klinke der Tür herunter und schon grinst mich eine überfreundliche Sekretärin an.
„Guten Tag Frau Seiler. Herr Lehmann erwartet Sie bereits in Büro Nr. 1“ Ich nicke ihr nur zu und begebe mich gleich rechts den Gang hinunter in das Büro Nr. 1. Ich sehe, wie ich meine Hand hebe und meine Faust gegen die Tür klopft. Doch dieses Klopfen hört sich für mich sehr dumpf an. Ich fühle auch keinerlei Schmerz oder Reibung auf meiner Faust. Es kommt mir alles wie ein schlechter Traum vor. Von innen höre ich ein freundliches, wieder zu überfreundliches : „Herein!“
Ich betrete den Raum wie in Trance und so setze ich mich auch vor den Mann mittleren Alters, der einen anscheinend teuren Anzug anhat. Auf seiner Krawatte ist ein kleiner Ketchup Fleck zu erkennen. „ Guten Tag Frau Seiler! Erst einmal darf ich Ihnen mein herzlichstes Beileid ausdrücken! Ihre Mutter war eine wundervolle Frau und hat es wirklich nicht verdient so früh aus dem Leben genommen zu werden!“ , sind seine rauen Worte. Ich nickte ihm nur dankend zu.  Er sucht einen Moment lang nach Fassung, dann begann er: „ Das Testament Ihrer Mutter ist echt ein besonderer Fall. Sie sprach mich vor einigen Jahren darauf an, ob diese Form rechtlich ist und ich bestätigte ihr dies nach langen Nachforschungen. Ich habe so eine Art Testament noch nie erlebt,  aber es war eine spannende Erfahrung für mich, es notariell Beurkunden zu lassen.“ Ich wurde ein wenig nervös und unruhig. – Was labbert der denn da? Art des Testamentes – gibt’s denn da so viele Versionen von? –
Er kramt  in seinen Unterlagen auf dem großen Bürotisch und dann zieht er einen Briefumschlag heraus und hält ihn mir entgegen. „Was ist das?“, frag ich. „Das Testament ihrer Mutter!“, antwortet er. Ich nehme den Umschlag entgegen und schaue leicht verwirrt auf die Aufschrift : Für meine Tochter Michelle! „ Das ist ein Brief Ihrer Mutter an Sie. In diesem hat sie klar festgelegt, was ihre letzten Wünsche sind.“, sagt der Notar, „ Nehmen sie ihn mit nach Hause und lesen sie ihn. Ich kann ab hier nichts mehr tun.“  „Danke!“, stottere ich immer noch verwirrt und stehe auf und gehe aus dem Büro heraus, an der Sekretärin vorbei an die warme Sommerluft. Meine Beine tragen mich immer weiter, obwohl ich nicht mal merke, welchen Aufwand ich dafür betreiben muss.

Nach einer viertel Stunde laufen, komm ich an einer Bank im Park an. Dort lassen mich meine Beine dann einmal ruhen. Ich schaue immer noch auf den Brief und kann gar nicht fassen, dass er das Einzige ist, dass der Notar mir übermittelt hat. Ich habe mit viel Papierkram und jede Menge Paragrafen gerechnet, in denen festgelegt ist, was meine Mutter wem vererbt. Da es aber nur meinen Vater und mich gibt, hätte das Aufteilen wahrscheinlich Mord und Totschlag gegeben. Naja, aber jetzt sitze ich hier mit diesem Brief in der Hand und weiß gar nicht, was ich mit ihm anstellen soll. Nach weiteren verflogenen Minuten drehe ich den Brief um und öffne ihn. Ich kann sofort die kleine, sehr ordentliche Schrift meiner Mutter erkennen. Der Brief ist sehr lang, soweit ich es sehen kann hat er nicht nur fünf Seiten. Der Text ist auf feinem Papier mit blauer Tinte geschrieben. Da hat sich meine Mutter ja richtig Mühe gegeben, normalerweise schrieb sie lieber mit Kugelschreiber.
Ich kann einige Wörter erkennen, aber ich nehme sie nicht im geringsten wahr, zu sehr interessiert mich der ganze Text. Ich klappe den Brief auf und fange an zu lesen:

Meine liebste Tochter Michelle,

Fortsetzung folgt ...

8.9.10 17:12

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