Love is the answer - its written on angels wings

*Fortsetzung* 8. Teil von You´ll be in my heart

Als ich erwachte, durchdrang mich wieder dieser Schmerz. Ich stöhnte leicht auf. Kurz danach sah ich auch schon den Schein der Taschenlampe in meinen Augen, die der Arzt in den Händen hielt. Er sprach mich an, doch ich verstand ihn nicht. Ich stöhnte ein wiederholtes Mal um auf mich aufmerksam zu machen. Ich öffnete die Augen. Alles war so grell und verstrahlt. Ich musste nicht lange überlegen wo ich war. Es war das gleiche Zimmer auf der Intensivstation wie vor ein paar Jahren. Doch wie bin ich dort hingekommen? – Wohnte ich nicht eigentlich ein paar Hunderte Kilometer weit entfernt. Sogar den Arzt erkannte ich sofort. Es war so vertraut. Aber diese Vertrautheit war ein schlechtes Zeichen. Ich lag da in diesem klinisch weißen Bett, auf der gleichen Station und mich behandelte der gleiche Arzt. Das hatte nichts Gutes zu bedeuten. Und so war es auch. Ich versuchte meine Finger, meine Fußzehen zu bewegen. Doch nichts passierte. Ich versuche „Hallo“ zu sagen, doch es kam nur ein stöhnen aus mir raus. Ich versuchte zu lachen, doch das einzige was passierte war, dass mir ein Tropfen Spucke aus dem Mund lief. Das einzige was so funktionierte wie ich es wollte waren meine Augen. Sofort stiegen in mir Tränen auf. Es war eine Traurigkeit die mich erschütterte, die nicht zu beschreiben ist. Plötzlich hörte ich neben mir eine Stimme. Diese Stimme war mir bekannter als alles andere um mich herum. Doch ich sah niemanden. Doch dann beugte sich die Person über mich. Meine Tante. Sie schaute mir in die Augen. Ihre waren genauso mit Tränen gefüllt wie meine. Sie versuchte gezwungen zu lächeln. – Hallo meine Liebe! Wie siehst du denn aus? Ich glaube wir zwei müssen mal zusammen Wellness machen gehen- Ihre Worte klangen zwar gezwungen lustig, doch sie ermunterten mich. Mein Herzrassen wurde weniger und ich konnte mich in Begleitung eines bekannten Menschen entspannen. Es vergingen einige Stunden mit Tests. Da ich mich sprachlich nicht äußern konnte, kommunizierte ich mit Augenblinzeln. Einmal Blinzeln hieß Ja. Zweimal hieß Nein. So wurden die Tests an mir nicht ganz so zur Qual. Der Arzt stach mir mit einem spitzen Gegenstand ins Bein und wollte dann von mir wissen, ob ich es fühlte. Ich fühlte nichts und blinzelte zweimal. Dann drückte er mir gegen den Bauch und fragte wiedeholt, ob ich es spürte. Doch nichts. – Je mehr Tests so ausgingen, desto trauriger wurde ich. Meine Tante verlor mit der Zeit immer mehr ihre Fassung. Plötzlich liefen ihr Tränen über die Wangen. - Dr. Mockerwitz, ist da nichts mehr zu machen? Tun sie doch was! – sagte meine Tante. Sie war verzweifelt und mit ihrer Verzweiflung kam meine auch immer stärker zum Vorschein. – Gönnen wir ihrer Nichte ein bisschen Ruhe! Dann wird es später ganz anders aussehen! – sagte der Arzt. Doch auch als alle den Raum verlassen haben, war mir klar, dass selbst ausruhen nichts an meiner Situation ändern wird. Ich schloss die Augen und weinte ein bisschen in mich rein. Dann schlief ich ein… Als ich die Augen wieder öffnete, war mir bewusst, dass sich an meiner Situation nichts geändert hatte. Ich schaute starr an die weiße Zimmerdecke. –Yasmina? – erklang eine Stimme. Mein Kopf war wie der Rest meines Körper starr und somit konnte ich nicht sehen, wer meinen Namen gesagt hatte. Die Stimme ertönte aber nicht ein weiteres Mal, somit beschloss ich, dass ich mir das nur eingebildet habe. Doch dann spürte ich etwas. Ein Druck, ein sanfter Druck, an meiner linken Hand. Ich spürte etwas. Ich lächelte, …, stopp, ich konnte lächeln?! Ich spürte jeden einzelnen Muskel in meinem Gesicht. Es kam wieder, mein Körpergefühl. Ich versuchte meine Zehen zu bewegen. Ich hörte die Decke gruscheln und fühlte wie sie sich auf und ab bewegte. Ich hob den rechten Arm an, schaute mir meine Hand an. Sie sah grausam aus mit der Infusion im Handrücken, aber sie bewegte sich und ich fühlte jeden einzelnen Schmerz. Ich erfreute mich sogar an diesem Schmerz. Ich drehte meinen Kopf Richtung Fenster und konnte strahlend die frische Luft einatmen. Dann drehte ich den Kopf Richtung Tür und mein Blick blieb wie von selbst stehen. Herzrassen. Schmetterlinge. Atemnot. Da saß er. Lukas. Er strahlte wie immer eine Vertrautheit aus. Und das nach all den Jahren. Ich war überwältigt. - Du hast mir einen ganz schönen Schrecken eingejagt. Als ich deiner Tante auf dem Weg vor dem Krankenhaus begegnet bin und sie mir von deiner Krankheit und Notoperation erzählte, rutschte mir fast das Herz in die Hose! – lachte er mich an. Doch mir stockte der Atem. - Was für eine Krankheit? Welche Notoperation?- sprachen meine Lippen. Sein Lächeln erstarrte. - Du musst doch wissen, was mit dir passiert ist? – sagte er geschockt. – Nein, mir sagt ja hier keiner was! – sagte ich empört. Er wurde ruhig. Schaute einen Moment lang auf den Boden, holte dann Luft und fing an zu reden. Mein Kind, glaube mir... *Fortsetzung folgt*

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